Der Sozialkapitalismus war von allen ökonomischen Strukturen die praktischste, aber heutzutage ist er nicht mehr machbar. Folglich haben wir den Sozialstaat stark abgebaut. Die kommende Marktwirtschaft wird ein staatenloser (apatrider) Urwald sein. Nur die Erkenntnis unserer gewollten Endziele wird uns als Orientierung dienen. Und wir werden nichts zu verlieren haben außer unsere Ketten, zu gewinnen haben wir dann nichts geringeres als die Welt.
In den letzten Jahren hatte ich immer mehr den Eindruck, dass die Rechte der Arbeiter in Westeuropa zunehmend ausgehebelt werden, doch diese können wiedererlangt werden, wenn die Situation reif ist. Also zum Beispiel wenn der Sozialstaat nach einer Pandemie plötzlich wieder aktuell wird. Die Geschichte ist wie eine Flüssigkeit die ihre Form ständig verändert. Panta rei ! Alles fließt ! Und unter dem Aspekt der Ewigkeit ist das Universum flüssiger Natur. Darum sollten die Westeuropäer sich weniger Sorgen um ihre Zukunft machen; es werden unsere Entscheidung wie wir mit den Umständen umgehen wollen, die die Zukunft wirklich bestimmen werden. Die Launen des Schicksals und des Zufalls können nicht unseren guten Willen nehmen, denn letztlich ist unser Geist und unser Körper das einzige was wir wirklich kontrollieren und wahrlich besitzen.
Bevor wir uns wirtschaftlich wieder emanzipieren sollen wir am besten wie im Stil der Stoiker und Spinozisten dadurch frei werden indem wir wissen was in unserer Kontrolle ist und was nicht. Nach diesem Prinzip ist es am besten durch empirische Daten zu wissen welches Konzept in der Wirtschaft funktioniert und welches nicht. Dem Empirismus schlage ich somit als neues ökonomisches Konzept vor. Alle Arten von Parteien lassen sich m.E. zu sehr von Ideologien leiten, doch ist das geschehene Resultat worauf es ankommt. Freiheit darf nicht rein theoretisch sein.
Julien Sita, 9. November 2020.