Europa in der zukünftigen Globalisierung

Europa als Bund offener Staaten könnte als Bindeglied dienen, um Teile der „Dritten Welt“ mit anderen Weltmächten an sich zu verbinden. Denn Europa braucht Arbeitskräfte und Ressourcen aus der Dritten Welt, um seine Kräfte zu stärken. Dabei ist Europa schon jetzt von Afroasien abhängig und Afroasien von Europa. Wenn dieser Bund aus Europäer und Auxiliaren besteht, könnte Europa sich besser gegen die kommenden Weltmächte wappnen. Dieser Bund könnte noch komplexer sein, ist er aber geschlossen ist er viel schlagfertiger. Jedenfalls muss Europa mit den neuen Mächten umgehen können. Ein europäisches Heer zu bilden ist viel schwieriger als die USA im Fall von Konfrontationen als „natürlichen Leader“ anzuerkennen. Dies zeigt auch ein Symptom der modernen europäischen Trägheit. Selbst wenn Europa von einer Krise betroffen wird findet es keinen Konsens. Dabei hat Europa in sich und außerhalb von sich viele Skeptiker der liberalen Demokratie und anderer europäischer Werte. Der Radikalislamismus und Neonationalismus machen der liberalen Demokratie auf dem ideologischen Feld beängstigte Konkurrenz. Dabei haben undemokratische Elemente seit mehreren Jahren weltweit an Einfluss gewonnen. Europa muss dabei nicht nur seine Demokratie verteidigen, sondern auch die Demokratie an sich. Außerdem muss Europa sein Verhältnis mit Wertgegenständen wie die Nation oder die Religion neu erdenken. Zum Beispiel schlägt der Politologe Yasha Munk einen inklusiven Nationalismus vor, um dem exklusiven Nationalismus Paroli zu binden. Er scheint also ein kleineres Übel vorzuziehen. Ich denke jedenfalls, dass bei der Bildung die Werte einiger Schüler wie Religion und Nation im Zusammenhang mit den Werten der europäischen Union in Verbindung gebracht werden sollten und auf die Exzesse traditioneller Werte aufmerksam gemacht werden sollten. Die Beharrung auf persönlichen Werten mit irrationalem Denken und Verhalten schadet massiv und wird zu einer Plage, von dem Opportunisten davon profitieren wollen. Realitätssinn ist das Gebot der Stunde.

Doch rationale Logik kann nicht genügen, um Gesinnungsveränderungen zu stiften. Der Verstand muss auch die Emotionen erreichen, um europäische Bürger von vernünftigen Meinung zu überzeugen. In der globalisierten Welt in dem die europäischen Bürger leben, müssen sie lernen mit Veränderungen zu leben. Die Vernetzung der Weltgegenden macht die Welt komplizierter. Deswegen haben andere weiter entfernte Regionen auch starke Wirkungen auf Europa. Der Übergang zu einem neuen Europa in den kommenden Generationen ist scheinbar unaufhaltbar. Alle Generationen scheinen sich durch neue Ideen, Technologien und Informationen schnell umzuformen. Dabei muss die Meinungsbildung auch durch nicht so lange Arbeitszeiten möglich sein. Entscheidungen, die unvorbereitet getroffen wurden sind oft fatal. Die Spaltung der europäischen Gesellschaften ist oft ein Syndrom des Populismus. Doch den populus gegen die Elite oder ein System aufzuheizen, wird oft nicht aus Vernunftgründen gemacht, sondern wegen schlechter Affekte. Aus Angst und Zorn konservativ zu wählen ist ein weitverbreitendes Phänomen. Doch letztlich kann die Realität nicht überholt werden, denn sie ist per Definition das erste und letzte Prinzip. Warum sonst gäbe es Irrtümer und Enttäuschungen? Der Geist baut sich seine eigene Perspektive der Realität an sich, doch selbst diese Konstruktion widerspricht immer wieder dem Willen des Menschen. Wenn der Mensch seinen Willen, sowie die Ursachen und Wirkungen in der Welt genauer kennen würde, würde sein Leben vielleicht einfacher sein.

Europa einfacher zu föderalisieren und zu regieren wäre auch wichtig, doch muss deswegen ein größerer Konsens stattfinden. In den Mitgliedsstaaten und unter den Mitgliedsstaaten. Doch interessieren sich die EU-Bürger oft nur um die Politik innerhalb der Grenzen ihrer Länder. Es wäre auch wichtig zu wissen, von wo die Importe und Exporte ihres Heimatlandlandes kommen und gehen. Wichtig ist auch, dass die Werte Europas, die so sehr erkämpft wurden erhaltet werden. Viele antidemokratische Bewegungen haben weltweit an Bedeutung gewonnen. Europa darf nicht an sich selbst zweifeln. Die Europäische Union repräsentiert politischen Stabilität, viele individuelle Freiheiten und gute Sozialstaatseinrichtungen. Die Verteidigung dieser und anderer Menschenrechte soll Europas Rolle in der Zukunft sein. Seine Kultur hatte sich schon durch die Schrift, Sprache, Religion, Literatur etc. weit in alle Kontinente verbreitet, doch ist Amnesty International über den Schutz der Menschenrechte in Europa besorgt. Wie kann eine Idee oder ein Ideenkonzept der Völker eines Kontinents überleben und andere Kulturen in anderen Weltgegenden überzeugen? Dies ist das fabelhafte an der Idee der Demokratie; dass sie in einer Form oder der anderen immer weiterexistierte und sich immer wieder weiterentwickelte.

Zur wirtschaftlichen Konkurrenz mit China wird Europa darauf achten müssen ob die Staaten die Wirtschaftskonzerne oder die Wirtschaftskonzerne die Staaten kontrollieren werden. Ein Oligopol einiger Firmen kann die Rolle des Staates in Frage stellen. Wenn ein Staat die Weltwirtschaft kontrolliert, dann beeinflusst er die Weltgeschichte. Wenn wiederum große Wirtschaftskonzerne in kleinere aufgeteilt werden und der Staat oder Parastaat darauf mehr Einfluss hat, dann können Wirtschaftsdiktaturen besser vermieden werden.

Vor allem in Frankreich und Deutschland dürfen ideologische Streitereien um dem Radikalislamismus und dem Neonationalismus, sowie sonstige Antidemokraten aller Couleur nicht diese Länder schwächen, denn sie bilden den Motor der Europäischen Union. Allerdings gibt es diese gesellschaftlichen Konflikte zwischen Modernisten (z.B. Linke und Liberale) und Konservative (z.B. religiöse Fundamentalisten und Nationalisten) schon weltweit. Während ich dies schreibe wird in den USA und Polen um das Abtreibungsrecht der Frau zwischen liberale Progressisten und religiöse Nationalisten harsch debattiert. Diese Spannungen sind nur zwei Beispiel von vielen. Wichtig ist auch, dass durch diese ideologische Rivalitäten die Nationen nicht bis ins Kern gespaltet werden. Eine (demokratische) Gesellschaft verträgt solche bitteren Anfeindungen nicht. Schwache und im Innern gespaltene Nationen werden nebenbei von imperialistischen Großmächten umso einfacher Dominiert. Dagegen muss sich der europäische Bund wappnen, denn im Moment setzt es nicht sein volles Potential ein. Europa ist ein schlafender Drache.

Julien Sita, 20. November 2020

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