GASTBEITRAG: Reichtum Zukunft

Der Mangel an Meritokratie oder Demokratie in einer Firma macht mir uns ernsthaft sorgen, wenn es um große Firmen geht. Denn die großen Konzerne haben heutzutage mehr Macht haben als Kaiser oder Päpste jemals hatten, wie dies der Soziologe Jean Ziegler, 2016 in einem Interview im „Handelsblatt“ sagte. Je größer eine Firma ist, desto weniger ist es möglich freie Strukturen entfalten zu lassen. Wie soll mit den übermächtigen Giganten überhaupt umgegangen werden? Das Oligopol der Superreichen kann nur durch regelmäßig neu verhandelte Kompromisse abgeschwächt werden. Eine Weltrevolution ist keine Option. Es müssen neben den Oligarchen ein Gegengewicht existieren um die Rechte der Arbeiterklasse zu schützen. Das Prekariat und die Mittelschicht sollten aufhören triviale Beschäftigungen nachzueifern und sich auf das Wesentliche richten, denn ohne Solidarität kann das System nur einige wenige Mitglieder wirklich nützen. Die große Masse muss zur mächtigen Lobby werden um ihre Interessen zu schützen.

Marcus und Marius Gracchus, 16. Juli 2021.

Das Gedankenexperiment „Die Stadt X“

Wir haben uns Gedanken gemacht wie soziale Ungleichheiten durch Unsittlichkeiten entstehen könnten.

In der (imaginären) Stadt X bilden die Altruisten bildeten die Arbeiterklasse, während die Egoisten die Herrscherklasse bilden, sowie auch die reichsten 1%. Die Herrscher profitierten von dem moderaten Wetter und die vielen natürlichen Nahrungsmittel des Landes. Dann profitierten sie von den Altruisten und bekamen sogar ihre Unterstützung um Herrscher zu werden. Bevor und nach ihrer Machtübernahme haben sie versprochen die Güter gerecht zu verteilen. Die Altruisten wurden betrogen und bekamen wenig zu essen. Die Stadt X entwickelte sich hundert Jahre später in einem sehr reichen Kern, der von einer sehr armen Hülle abgekapselt ist. Die Korruption und das Elend in den Armenviertel nahm zu, während die Vertreter der Armenviertel zu Klienten der reichen und mächtigen Patronen der Stadt wurden. Materiell gesehen hatte die egoistische Herrscherklasse alles getan um ihre Macht zu festigen; neben dem Reichtum und der Streitmacht kontrollierten sie dann auch alle „Intellektuelle“, indem sie sie auch bestochen oder eingeschüchtert oder sanktioniert hatten. Einige Ideologen aus dem Busen der Elite entwickelten ein Mythos bezüglich der sozialen Ungleichheiten und meinte es könne keine soziale Ungerechtigkeit geben, da Reichtum und Armut beide das Resultat der eigenen Tugend sei. „Jedes Individuum bekomme was er verdiene“ oder „was wirklich ist, ist auch vernünftig“ lauten die Devisen der neuen Ideologie, die retroaktiv die Interessen der Herrscher verteidigen sollte. Die Altruisten wurden altruistisch erzogen, doch ihre alten und neuen Tugendvorstellungen prallten ständig gegen die Realität ein: sie gaben den Undankbaren viel zu viel und wurden im Stich gelassen während die Herrscher sie durch schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen ausbeuteten. Immer mehr Arbeiter durchschauten die Lügen ihrer Herrscher, da jede herrschende Generation weniger arbeitete als die vorherige und hinzu noch auch reicher wurde. Einige frustrierte Arbeiter versuchten sich an die Lage zu gewöhnen, aber bei jeder politischen oder wirtschaftlichen Krise mussten die Arbeiter die Fehler der Herrscher gerade biegen. Neben der Kriminalität aus Verzweiflung Emigrierten viele Beherrschte aus der Stadt. Die Macht der Herrscher schien nur durch eine Revolution gebrochen werden zu können, doch ein Umsturzversuch führte die Stadt ins Chaos. Nach diesem blutigen Aufstand kamen jedoch die alten Herrscher wieder an die Macht und wurden noch tyrannischer. Basillio ertrug das Leben in Knechtschaft nicht mehr und verlies die Stadt um eine neue zu gründen. In der neuen Stadt Y legte Basillio in der Gründungsurkunde fest, dass das allgemeine Wohl das oberste Gesetz sei und das die Stadt Y eine solidarische Bürgerschaft in Eintracht streben müsse. Seine utopische Vision schlug jedoch fehl als er von Eifersüchtigen und Gierigen verraten und ermordet wurde. Basillio war zu nett und erbarmungsvoll mit jene die keine zweite und erst recht keine dritte Chance verdienten, er vergab den Profiteuren, die nur noch mehr vom System profitierten, er vertraute falsche Freunde, er wollte ohne Vorwurf, Furcht und Strafen regieren u.s.w. . Letztlich gewannen die „verdorbenen Äpfel“ die Oberhand und verdarben ein ganzes Gemeinwesen. Nach der Bluttat gegen Basillio herrschten nun auch in der Stadt Y die Egoisten über die Altruisten.

Und was haltet ihr von diesem Gedankenexperiment ?

Marcus und Marius Gracchus, 27. Februar 2023.

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